Pädagogische Orientierung im Kindergarten

„ Hilf mir, es selbst zu tun“

Maria Montessori

 

Dieser Leitsatz von Maria Montessori ist eine der Grundlagen unserer Arbeit, die Kinder auf ihrem persönlichen und individuellen Bildungsweg zu fördern und bestmöglich zu unterstützen.

Die Kinder und ihre Bedürfnisse nach sozialem Kontakt, Selbstverwirklichung, Bewegung, Spaß, Kreativität, Neugier und Experimentierfreudigkeit stehen bei uns im Mittelpunkt.

Der Tagesablauf wurde so gestaltet, dass

  • viel Raum zur persönlichen Entfaltung,
  • viel Zeit zum Experimentieren und Lernen,
  • viele Möglichkeiten zum Sammeln sozialer Erfahrungen

gewährleistet sind.

Wir bieten ein Umfeld, in dem sich die Kinder angenommen und wohl fühlen können.

Der Gruppenalltag bietet eine Vielfalt lebensbezogener, alters- und geschlechtsspezifischer Lern- und Übungsfelder, die es dem Kind ermöglichen, ein positives Selbstbewusstsein zu entwickeln und ein „Wir–Gefühl“ zu erfahren. Unter diesen Voraussetzungen kann es sich zu einer eigenverantwortlichen und teamfähigen Persönlichkeit entwickeln.

Soziale Kompetenzen

umfassen z.B. die Konfliktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Toleranz, die Akzeptanz von Regeln, die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit und eine Verantwortungsübernahme.

Um die Entwicklung dieser Kompetenzen im Alltag zu unterstützen, motivieren wir die Kinder zur Selbständigkeit. Dazu gehören bei uns:

            freie Auswahl von Spielmaterial, Spielpartner und Spieldauer,

            Patenschaften, bei denen sich ältere Kinder der Gruppe als Ansprechpartner und Begleiter eines jüngeren Kindes zur Verfügung stellen,

            Rücksichtnahme gegenüber allen Gruppenmitgliedern,

            das Einhalten von gemeinsam erstellten Regeln,

            eine freundschaftliche Konfliktlösung.

Personelle Kompetenzen

Darunter verstehen wir kognitive Fähigkeiten wie Intelligenz, den Umgang mit Sprache und Gefühlen, Frustrationstoleranz, Wahrnehmungsfähigkeit, wie auch die fein- und grobmotorische Entwicklung.

Diese Kompetenzen werden bei uns unter anderem im motorischen Bereich im Garten, dem Wald und der Mehrzweckhalle gefördert. In individueller Betreuung oder gemeinsamen Aktionen, auch in altersspezifischen Kleingruppen, können die Kinder ihre Bewegungssicherheit, den Gleichgewichtssinn und die Geschicklichkeit schulen, in dem sie klettern, tanzen, turnen, balancieren oder am Yoga teilnehmen. Die eigenen Gefühle zu spüren, zu benennen und sie auch zu berücksichtigen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, der die Kinder in ihrer Bedürfnisregulierung unterstützt. Speziell für dieses Erfahrungsfeld haben wir eine Bewegungsbaustelle nach Elfriede Hengstenberg.

Der Benutzung dieser speziellen Holzmaterialien liegen 5 verschiedene Regeln zu Grunde:

  1. nur barfuß
  2. lass dir Zeit
  3. tu nur das, was du dir alleine zutraust
  4. nicht schubsen und drängeln
  5. nicht meckern

Der feinmotorische Bereich hängt eng mit den kreativen und gestalterischen Fähigkeiten zusammen. Wir fördern die Kinder, in dem wir beobachten und dokumentieren, wo sie gerade in ihren Fähigkeiten stehen und können so gezielte Impulse, entweder in individueller Förderung oder in Angeboten für Kleingruppen, geben. Ziel hierbei ist eine sichere Handhabung von Werkzeugen und Materialien (Stifte, Pinsel, Schere, Kleber, Papier usw.)

Auch die Benutzung von Besteck zählen wir dazu.

Sprachentwicklung

Um die Kommunikationsfähigkeit zu steigern und damit das Selbstbewusstsein zu stärken, setzen wir verschiedene Mittel in der Gruppe ein:

  • Morgenkreis
  • Reflexionen
  • Kinderkonferenz
  • Bilderbücher betrachten
  • Reime, Lieder, Spiele
  • Rollenspiele
  • Die Sprachförderung ist bei uns im Alltag fest verankert.

Ernährung und Gesundheit

Diese haben einen hohen Stellenwert in unserem Hause. In Form von Projekten, die viele Sinne schulen, wie zum Beispiel der Ernährungspyramide, der Ernährungslok, dem Zuckerprojekt, regen wir zu einer ausgewogenen Ernährung an und vermitteln Wissen über Nahrungsmittel. Auch die notwendigen Pausen zwischen den Mahlzeiten werden dabei erläutert.

Täglich erleben dies die Kinder bei unserem gemeinsamen Frühstück. Ein Obst- und Gemüseteller, der wöchentlich von einer anderen Familie bereitgestellt wird, ergänzt das mitgebrachte Frühstück und die Snacks am Nachmittag. Gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft bereiten die Kinder dieses Obst und Gemüse essfertig und appetitlich für das Frühstück zu. Jeden Mittwoch bereiten die Kinder selbstständig ein gemeinsames Frühstück füreinander zu. Die Zutaten hierfür werden von den Eltern bereitgestellt.

Hierbei werden ebenfalls in Eigenverantwortung die Tische von den Kindern auf- und abgedeckt.

Dazu gehört auch die Hygiene im Alltag, wie Hände und Mund waschen.

Den Bezug von Ernährung – Bewegung – frischer Luft und Gesundheit zu vermitteln ist uns ein besonderes Anliegen. Wir verbringen täglich viel Zeit mit Bewegung im Freien.

Umwelt und Natur

Die Natur, unsere Umwelt und das neue Kinderhaus bieten uns viele Möglichkeiten, sie zu erforschen und zu erkunden. Im Rahmen von Projekten wie Mülltrennung und -entsorgung, Energiegewinnung und -einsparung, Wasser in all seinen Erscheinungsformen, möchten wir den Kindern ein umweltbewusstes und verantwortungsvolles Verhalten nahebringen.

Regelmäßig nutzen wir die Nähe zum Wald für Spaziergänge und Naturerfahrungen, besuchen auch den nahegelegenen Naturspielplatz. Auch das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben wir beispielweise bei Ausflügen nach Erlangen mit dem öffentlichen Nahverkehr (Botanischer Garten, Weihnachtsmarkt, Stadtbücherei usw.).

Mit Hilfe der Patenschaften durch die Vorschulkinder laufen alle Kinder sicher an der Straße.

Partizipation

wird bei uns unter anderem umgesetzt in Kinderkonferenzen, die wöchentlich stattfinden. Die Kinder haben hier die Gelegenheit, sich selbst und ihre Vorstellungen in die gesamte Gruppe einzubringen. Konflikte und mögliche Lösungen werden besprochen und methodisch anhand der niederlagenlosen Konfliktfähigkeit geklärt.

Die Kinderkonferenz beinhaltet zudem die gemeinsame Gestaltung von Zeit und Raum, dem Kinderhaus und dem Garten. Aber auch Aktionen und Projekte sowie Ausflüge und Feste werden hier gemeinsam geplant.

Fester Bestandteil sind auch die Reflexionen dessen, was gewesen ist.

Wie können wir es noch besser machen?

Was gefällt mir nicht? Was finden wir für andere Möglichkeiten?

Übergangsbegleitung

Ihr Kind kommt neu zu uns in das Kinderhaus. Wir empfangen es in einer liebevollen Umgebung und haben ein offenes Ohr für seine und Ihre Anliegen. Gerne integrieren wir Sie in den ersten Tagen in die Übergangsbegleitung, indem Sie die erste Stunde

gemeinsam mit Ihrem Kind in der Gruppe verbringen, bis sich eine Beziehung zu den Erzieher/innen aufgebaut hat und die Elternbindung positiv verstärkt wurde.

In den ersten Tagen sollte Ihr Kind möglichst nur halbtags im Kindergarten bleiben um eine Überforderung und Reizüberflutung auszuschließen.

Einige Wochen vor dem Wechsel in den Kindergarten haben unsere Krippenkinder die Möglichkeit bei uns im Kindergarten zu schnuppern, um ihnen den Übergang zu erleichtern. Die Kinder nehmen ihren in der Krippe begonnenen Portfolioordner mit in den Kindergarten, wo dieser von uns weitergeführt wird.

Die Integration in die Gruppe fördern wir durch Angebote wie Gesellschaftsspiele, Buchbetrachtungen oder Kreisspiele.

Auch unseren Vorschulkindern möchten wir den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtern. In regelmäßigem Abstand treffen sich die Kooperationsbeauftragten der Kindergärten mit einer Lehrkraft. Durch die enge Zusammenarbeit werden Möglichkeiten geschaffen, bei denen die Kinder in den Schulalltag hineinschnuppern können. Auch Feste und Veranstaltungen können besucht werden.